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Presseinfo
Die 1942 geborene Autorin beschreibt ihre Kindheit und Jugend im Nachkriegsdeutschland, die besonders stark geprägt war durch die enge Bindung zwischen ihr und der Mutter. Dieses intensive Zusammensein, ja, dieses Aneinandergekettetsein sollte weitreichende Folgen für ihr späteres Leben haben. Der jüngere Bruder war schon im Kleinkindalter während des Krieges gestorben, der Vater, von der Front zurückgekehrt, starb an einer Schussverletzung, die von schlecht ausgebildeten Ärzten falsch behandelt wurde. So blieben nur Mutter und Tochter übrig als fest zusammengeschweißte Einheit, untrennbar miteinander verbunden in verzweifeltem Überlebenswillen.
Unbewusst schlossen sie einen Pakt zur Überwindung des Gefühls der Ohnmacht und des Ausgeliefertseins; dies war ein Pakt, der seine Grenzen fand durch den natürlichen, hier jedoch erschwerten Ablösungsprozess eines Kindes von seiner Mutter. Noch lange Zeit war diese schwierige und verzögerte Abnabelung für die Tochter ein bestimmender Faktor in ihrem Leben, der sich beispielsweise in der Angst vor weiteren engen Bindungen zeigte. Hier wird ein psycho-soziales Dilemma spürbar, das sich in vielen Kriegs- und Nachkriegs-schicksalen widerspiegelte. Familien zerbrachen, als Ehemänner bzw. Väter aus Krieg oder Gefangenschaft zurückkamen und die Partner die eingetretene Entfremdung nicht mehr überbrücken konnten; für Frauen, die ihre Männer verloren, wurden die Kinder häufig zum Partnerersatz; Kinder, die ihre Väter nicht mehr wiedersahen, spürten diesen Verlust lebenslang, mussten die Trauer ihrer Mütter mit verarbeiten, wo sie doch selbst schmerzerfüllt waren. Erwachsen geworden, standen sie vor der schweren Aufgabe, zu ihren eigenen Partnern und Kindern stabile Beziehungen aufzubauen, in denen sich Bindung und Loslassenkönnen die Waage hielten.
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Ingrid Ulrich beschreibt präzise ihre Entwicklung in den Nachkriegsjahren und verknüpft das Private mit dem Öffentlichen, indem sie parallel zu den für sie persönlich wichtigen Lebensstationen und Entwicklungsschritten immer auch die herausragenden politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Ereignisse nennt. So entsteht das lebendige Bild einer Frau, die ihr Schicksal eingebettet und verbunden weiß mit allem, was um sie herum geschieht und die Ursachen und Folgen politischer bzw. geschichtlicher Entwicklungen in ihr Bewusstsein über sich selbst und die Umwelt integriert und verarbeitet.
Es war das Anliegen der Autorin, anhand eines Einzelschicksals beispielhaft die Folgen mörderischer Machtpolitik auf das Leben von Individuen aufzuzeigen. So ist ihre Autobiographie, gleichzeitig ein Zeitdokument, auch als Mahnung zu verstehen: Nie wieder Krieg.
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Pressestimmen
Meckenheimer Stadtzeitung:
... Die Verknüpfung von Privatem und Öffentlichem, das Aufzeigen von Ursachen und Folgen macht den besonderen Reiz des lesenswerten Buches aus ...
Rheinpfalz, 30.10.98:
... eine Mahnung gegen Krieg und Fanatismus ...
Bonner Generalanzeiger:
... Gemeinsam mit dem ... Überblick zu politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Ereignissen und Entwicklungen entsteht auf diese Weise aber auch ein Porträt einer „typischen Kindheit” in der Nachkriegszeit ...
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