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24.04.2012 

 

 

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Ursula Stahl: Der geerbte Opa
 

 

Inhalt

»Träume nicht dein Leben, lebe deinen Traum« heißt ein mittlerweile klassisch gewordener Sponti-Spruch. Den hat sich auch eine gestandene Frau gesagt, als sie sich entschloss, »einen Opa zu erben«, und sich dabei ausgemalt, wie schön das werden würde: Alt und Jung unter einem Dach, einer ist für den anderen da, hier Zupacken, soziales Engagement und Tüchtigkeit, dort Güte, Weisheit und Abgeklärtheit.
Was aber kam?
Ein Alptraum. Ein jahrelanger Alptraum.
Dort, bei dem Opa herrschten Trunksucht, Schikane und Boshaftigkeit, hier, bei der Tochter, Wut, Ohnmacht und Verzweiflung. Bis dass der Tod entschied.
Die gestandene Frau, vom Alptraum befreit und vom Alt-und-Jung-Traum genesen, hat aufgeschrieben, was sie erlebt hat, damit andere Menschen »es sich lange und gründlich über-legen, ehe sie wie ich, blind und naiv in eine Geschichte hineinschlittern ...«
Ein authentischer, lesenswerter Bericht.

 

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Autorenporträt
 

 

Ursula Stahl

Ursula Stahl wurde 1938 in Lindlar bei Köln geboren.
Als Sport- und Gymnastiklehrerin war sie an berufsbildenden Schulen und als Dozentin im Ausbildungsseminar tätig.
Ihr Schreibtalent stellte sie mit der Veröffentlichung von zahlreichen Heftromanen unter Beweis.
Die Autorin ist allein erziehende Mutter von zwei erwachsenen Kindern und seit 24 Jahren im Siebengebirge bei Bonn ansässig.

 

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Presseinfo

Ursula Stahl schildert das Zustandekommen einer unglücklichen Erbschaft und das ungewöhnliche und lange Leben eines ungewöhnlichen Menschen.
Der »geerbte Opa« ist die Geschichte eines skurrilen Mannes, der viele Jahre lang versuchte, für sein Anwesen – ein großes, verfallenes Haus und einen völlig verwilderten Garten – Erben zu finden.
Es ist der Versuch, die schillernde Person des kleinen Mannes wiederzugeben, dessen eigenwilliger Charakter bis hin zur Verschrobenheit reichte.
Koch, Bäcker und Konditor von Beruf, kannte er sich in Goethes Faust besser aus als manch ein Akademiker, und er konnte stundenlang Balladen und Gedichte vortragen wie ein belesener Lehrer.
Trotz dieser Fähigkeiten fehlte ihm der rechte Durchblick im Leben. Und so fand er für seine verschrobenen Pläne und Ideen oft nur mitleidige Lächler.
Schicksalsschläge um ihn herum – er überlebte alle Familienmitglieder, auch sein Enkelkind – warfen ihn nicht wirklich um. Er war ein unerschütterliches Stehaufmännchen, der alles erleben, alles sehen und lesen wollte. Er lebte in seiner Welt, wollte ständig verändern und Zeichen setzen.
In der Autorin und ihrer Tochter sah er geeignete Erben. Da ihm seine Familie weggestorben war, suchte er eine neue, die ihn »Papa« und »Opa« nennen sollte.
Paulchen sonnte sich in der Fürsorge seiner neuen Familie, und seine humorigen Anekdoten und Gedichte nahmen kein Ende, bis er merkte, dass er etwas abgegeben hatte, was er überhaupt nicht loslassen wollte!
Die Tragikomödie begann. Und sie endete fast in einer Tragödie.
Hypothekenbeschaffung, Renovierung des runtergewirtschafteten Hauses, Handwerkerprozesse und die Gerüchteküche im Dorf machen der Autorin das Leben schwer. Mit dem Rücken zur Wand kämpft sie gegen Demütigung, Boshaftigkeiten und ständigen Geldmangel.
Das Bewusstwerden des Angekettetseins und der unglückseligen Verbindung mit diesem, ihr eigentlich völlig fremden alten Mannes ist der Beginn einer acht Jahre lang gewanderte Via Mala.
Besäufnisse bis zum Umfallen, mitternächtliches Randalieren mit anderen Saufkumpanen, ständiges Hausschlüsselverlieren, Telefonanrufe aus diversen Kneipen und das dazugehörige Verschmutzen der gesamten Wohnung sind jetzt an der Tagesordnung.
Als Paulchen mit immerhin 94 Jahren am 1. Advent auf dem Marktplatz mit einer recht zweifelhaften »Dame« tanzt, ist er Dorfgespräch. Als er am Abend mit ihr gemeinsam das Wohnmobil besteigt, auch am nächsten Tag noch nicht wieder auftaucht, wird die Polizei eingeschaltet.
Mit dem Gefühl, nun endgültig den sozialen Abstieg mit diesem Mann erreicht zu haben, wird der Autorin bewusst, dass ihre unglückselige Kindheit mit dem alkoholkranken Vater und seine Affären sie eingeholt haben.
Paulchen starb einen Tag nach seinem 95. Geburtstag an einem Schlaganfall. Sein ganzer Lebenswille und seine Energie waren in seinem Todeskampf zu spüren, der anderthalb Tage dauerte.

 

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