Vielleicht wird man mich fragen, ob dieser Krieg einen Sinn hatte, und ich werde antworten: Ich habe keinen Sinn erkennen können. August 1914, Kriegsstimmung. Einen dreiundzwanzigjährigen Papierfabrikarbeiter, dessen Freunde und Kollegen sich mit patriotischer Begeisterung als Kriegsfreiwillige melden, machen die Jubelrufe beklommen. Der Vater hasst den Krieg, hat dessen Grauenhaftigkeit 1870/71 kennen gelernt. Dennoch will der junge Mann dabei sein, Uniform und Waffen tragen, sich an der Front bewähren, stolz und frei sein. Im Schützengraben und auf den Schlachtfeldern der Westfront erlebt er das Inferno des Krieges, der für ihn immer mehr den Charakter eines grausigen Mordens annimmt und unnötig großes Leiden verursacht.
Gerhard Felder, 1927 in Jülich im Rheinland geboren, lebt heute in Aachen. 1992 gab er ein Aphorismenbändchen und 1994 unter dem Titel »Durchwachte Nächte« die Kriegstagebücher seines Vaters heraus. Im TRIGA\VERLAG erschienen die Erzählungen »Haben Sie ihn gefunden?« (1996), »Jeder verdient eine Rose« (1998) und »Mit meinen Augen« (1999).